Essattacken und EKT

Ich hatte eigentlich mein ganzes Leben immer mal wieder mit dem Essen und meiner bzw. einer sogenannten „Idealfigur“ innerlich zu kämpfen. Ich war zwar nie übergewichtig, aber hin und wieder schon etwas speckig bzw. 1-2 Kleidergrößen vom Ideal der Medien und meinem eigenen entfernt.

 

Schon als Kind hatte ich immer mal Essattacken, indem ich z.B. sechs Nutellabrote auf einmal verspeiste (das echte Nutella war damals aber auch Mangelware bei uns zuhause 😉).

 

Als Jugendliche wollte ich dann endlich abnehmen von Kleidergröße 40 auf 38/36, was auch über einige Jahre gut geklappt hat, aber gegen Ende 20 – also mit dem Berufsleben und mit wesentlich mehr Stress – war ich dann wieder auf der „Genusslinie“ unterwegs meistens mit Größe 40/42.

 

Irgendwann mit ca. Anfang 30 kamen dann vermehrt, teilweise massive Schuldgefühle und Gewissenbisse bei nahezu jedem Bissen Nahrung hinzu, was mich enorm belastete: JEDEN verdammten Morgen dachte ich für mich:

 

„Oh Gott, am besten erst mal gar nichts essen, Du willst ja abnehmen.“

 

Es war echt schrecklich dieses „Schuldgedankenkreisen“ und hat vor allem gar nichts genützt. Ein paar Jahre lang lief es darauf hinaus, dass ich den ganzen Tag nichts aß (was mir in dieser Zeit häufig auch zumeist leicht viel) und abends dann ein richtiges „Binge Eating“ https://de.wikipedia.org/wiki/Binge_Eating betrieb, also ein Überessen oft bis zur Übelkeit. Ich habe es manchmal „Komafressen“ genannt, was natürlich täglich zu anschließenden Scham- und Schuldgefühlen führte …

 

Dann mit Mitte/Ende 30 probierte ich es mit Fasten und Intervallfasten. Fasten war maximal psychischer Stress für mich und ging so gar nicht und Intervallfasten endete dann eigentlich wieder in dem zuvor beschriebenen „Binge Eating“, nur das es jetzt eben Intervallfasten bei mir hieß und auch ein wahrer Stress mit massiven Schuldgefühlen bei jeder Mahlzeit war.

 

Irgendwann, ich meine, dass es sehr schleichend kam, war so etwas wie ein Suchtgefühl dabei, d.h. ich fühlte ein sogenanntes „craving“, also ein starkes Verlangen nach Nahrung, und meine Gedanken, kombiniert mit den massiven Schuldgefühlen, drehten zu viel ums Essen. Zum Beispiel fing es schon morgens mit den Gedanken an:

 

„Was esse ich heute? Was DARF ICH ÜBERHAUPT essen? Ja eigentlich doch gar nichts, weil, ich will ja abnehmen …“

 

Und dies endete fast täglich, außer im Urlaub wo ich immer abnahm (!), im Überessen und Esstacken auch „Binge Eating Disorder“ genannt, eine im ICD-10 beschriebene Essstörung.

 

Mit Corona und einer schweren persönlichen Krise ging dann jegliche Kontrolle bei mir verloren … ich passte nun gar nicht mehr in meine Hosen und das Gedankenkreisen um das Essen plus Schuld- und Schamgefühle erreichten ihren Höhepunkt … bis Susanna Lübcke mir – Gott sei Dank (!) – mal ganz direkt sagte, dass das ja eine Sucht sei … und das zündete dann in mir. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon 2 Monate mit der Selbstliebe-EKT experimentiert und war entsprechend in einer sehr guten inneren Herzensschwingung, Damit ging ich dann direkt mein Essens-Thema in Eigenregie mit der EKT an.

Und tatsächlich nach ca. 2-3 Selbstanwendungen, verschwand nach und nach dieses Suchtgefühl, die Schuldgefühle und Gewissenbisse sowie das Überessen und die unkontrollierten Essattacken. Ich hatte vorher ehrlich keine wirklichen großen Erwartungen, obwohl ich in Teilen das Buch von Olivia Wollinger („Essanfälle adé“, 2018) gelesen hatte, in dem die EKT auch ein kleiner Teil ist.

 

Aber danach kam alles ganz von selbst und mit Leichtigkeit zu mir. Ich passe nun wieder in meine Hosen und esse ohne Schuldgefühle wann ich will und das, was ich will (folge also keinem Ernährungsplan! Vegan/vegetarisch war ich schon länger). Ich frühstücke jetzt z.B. meistens, was ich ja früher niiiiie gewagt hätte, weil „Wenn ich so schon den Tag anfange, kann das ja nur in massiven Essen enden … und ach ja, ich will ja auch Intervallfasten machen, weil das ja so toll sein soll.“

Ich mache mir nun auch meist Mittagessen, und zwar das, wozu ich an dem Tag wirklich Lust habe, und zum Kaffee genieße ich meist ein kleines Stückchen Schoki oder Keks. Abends esse ich in der Regel viel weniger, aber einfach, weil ich dann gar nicht mehr so viel Appetit habe im Vergleich zu früher.

Ich esse sehr viel weniger Süßes, aber nicht, weil es mir mein Kopf sagt, sondern weil ich auf einmal gar nicht mehr so einen Appetit darauf habe. Zuckersucht ade! Zudem empfinde ich nun das Gefühl des leichten Gesättigtseins als super angenehm und ein jegliches zu viel in meinem Magen, empfinde ich überhaupt nicht mehr schön. D.h. ich brauche das Gefühl des Überessens nicht mehr.

 

Ich glaube, dass auch die aufgelösten Schuldgefühle sehr vieles bei mir in Gang gesetzt haben auf der seelischen und körperlichen Ebene. Und das allerschönste ist: Ich fühle mich endlich richtig wohl in und mit meinem Körper und meiner Figur, obwohl ich immer noch keine Gazelle bin und gar nicht megamäßig abgenommen habe. Aber ich bin jetzt endlich innerlich frei von dem was ich oben beschrieben habe und um Tonnen seelisch und emotional leichter … Ich bin einfach happy und dankbar, dass ich so ein großartiges Heilungserlebnis mit der EKT erleben durfte. Ich spüre, dass sich mein Essens-/Körper-/Gewichtsweg wahrscheinlich noch irgendwie weiter entwickeln wird, und zwar mit jeder einzelnen EKT-Meditation, Selbstwendung oder Begleitung, die ich mache oder erhalte.